Kunst

10 Techniken mit Strukturpaste

Heute zeige ich euch 10 Möglichkeiten wie man mit Strukturpaste und einfachen Alltagsmaterialien tolle 3D Effekte für seine Bilder erhalten kann.

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Ich arbeite sehr gerne mit Strukturen, besonders in meinen abstrakten Bildern. Ich mag die Licht und Schatten-Effekte die dadurch entstehen. Für gewöhnlich gehe ich dabei so vor, dass ich erst die Strukturen anlege, die Paste trocknen lasse und danach mit Acrylfarbe übermale.

 

Struktur- bzw. Modellierpasten gibt es in verschiedenen Ausführungen und von verschiedensten Anbietern im Künstlerbedarf. Es gibt welche mit feiner und solche mit rauher, sandartiger Oberfläche. Für meine Beispiele habe ich feine Strukturpaste verwendet, damit man die Strukturen möglichst gut erkennt.

 

Hier zuerst ein Überblick über die 10 Strukturen, die ich euch heute vorstelle:

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Liste der benötigten Materialien

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  • Strukturpaste mit glatter Oberfläche (ich benutze eine von Lascaux)

  • Karton oder Keilrahmen als Bildträger (ich habe kleine Kartonstücke von 5x5cm benutzt)

  • Zahnstocher 

  • Kamm

  • Spachtel (verschiedene)

  • Klebeband (Malerbedarf)

  • Plastikfolie (Verpackungsmaterial)

  • Schwamm oder beliebige Gegenstände zum Stempeln

  • Schablone

  • Dosierflasche oder Plastikbecher

 

Und nun zu den Techniken

1. Spachtel – Verstreichen

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Die einfachste Methode besteht darin die Paste mit einem Spachtel aufzutragen und zu verstreichen als ob man ein Butterbrot schmieren würde. Dabei kann man natürlich verschiedenste Muster und Formen „malen“. Wenn man keinen Spachtel hat, kann man auch eine alte Kreditkarte, ein Stück Karton, oder die Finger benutzen. 

2. Spachtel – Linien ziehen

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Mit einem breiten Spachtel (Japanspachtel genannt) kann man wunderbar Linien oder geometrische Formen in die zuvor aufgetragene und glattgestrichene Paste drücken. Dies funktioniert ebefalls mit ausgedienten Kreditkarten oder Karton. Falls das verwendete Material dünn genug ist, kann man es auch biegen um kurvige Linien zu erhalten.

3. Kamm 

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Ein Kamm eignet sich wunderbar um Linien oder Wellen zu erhalten. Ich habe einen quadratischen Spachtel, der auf allen vier Seiten ein anderes Muster hat, was natürlich andere Spuren hinterlässt. Die Technik funktioniert natürlich genauso mit einem gewöhnlichen Haarkamm oder einer Gabel. Man kann sich auch einen eigenen Kamm aus einem Stück Karton zaubern, in den man ein bestimmtes Muster einschneidet.

4. Zahnstocher

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Die Strukturpaste wird aufgetragen und glatt gestrichen. Anschliessend kann man mit einem Zahnstocher oder anderen Gegenstand Muster, Kringel oder Buchstaben in die Paste einritzen.

5. Stempeln

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In die aufgebrachte Strukturpaste lassen sich Gegenstände eindrücken, die dann Abrücke hinterlassen. In meinem Beispiel habe ich einen runden Schwamm benutzt, dessen Struktur sich gut erkennen lässt.

Hierbei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und in jedem Haushalt finden sich viele Dinge, die man zweckentfremden und zum Stempeln benutzen kann. Man kann Pflanzenblätter, Plastikbecher, Ausstechformen und vieles mehr verwenden. Feine Linien wie Blattadern können jedoch nur mässig abgebildet werden.

6. Plastikfolie – aufdrücken und abziehen

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Ganz tolle Effekte erhält man mit Plastikfolie. Das ist eine meiner Lieblingstechniken. Die Strukturpaste wird dick auf den Untergrund aufgetragen. Die Folie wird auf die Paste aufgelegt, gut angedrückt und wieder abgezogen. Man kann hierbei mit der Schichtdicke der Paste sowie mit der Geschwindigkeit spielen, mit der die Folie abgezogen wird.

Ich benutze meist Plastikfolie, die als Verpackungsmaterial anfällt. Aber es lässt sich auch hier viel experimentieren indem man verschiedene Materialien verwendet wie z.B. Einkaufstüten, Frischhaltefolie, Luftpolsterfolie, Alufolie, Zeitungen, Papier, etc. 

7. Plastikfolie – Mit Folie eintrocknen lassen

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Auch für dieses Beispiel wird Folie verwendet. Sie wird wie in Beispiel 6 beschrieben auf die frisch aufgetragene Paste gedrückt. Für diese Technik ist es aber wichtig möglichst viele Falten zu gestalten. Im Unterschied zum vorigen Beispiel wird hier die Folie nicht abgezogen. Erst wenn die Paste durchgetrocknet ist wird sie entfernt. Die Falten bleiben so wie sie gelegt wurden. Für diese Technik muss man wirklich Kunststoff verwenden. Papier würde sich mit der Paste verbinden und kleben bleiben. Das kann man natürlich auch bewusst machen, wenn man das Papier eingearbeitet haben will.

8. Klebeband

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Mit Klebeband lassen sich Bereiche abkleben, die ohne Struktur bleiben sollen. Auf die freien Stellen kann die Paste anschliessend beliebig aufgetragen werden. In meinem Beispiel habe ich einen Spachtel fest aufgedrückt und wieder abgezogen wie ich es in Beispiel 6 mit der Folie gemacht habe.

Auch hier kann man spielen: Das Klebeband kann man in Stücke reissen oder schneiden um andere Formen zu erhalten. Der Untergrund kann völlig ohne Struktur sein oder bereits welche haben, dann hätte man zweierlei Strukturen übereinander. Das Klebeband wird am besten direkt nach dem Auftrag der Paste abgezogen, damit es sich noch gut entfernen lässt. Das richtige Klebeband ist ebenfalls entscheidend. Tesa ist ungeeignet, denn es lässt sich nicht gut entfernen. Ich verwende Malerkrepp, das findet man unter Malereibedarf in jedem Baumarkt oder Do-it-yourself Geschäft.

9. Schablone

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Exakte Formen und Muster erhält man mit Schablonen. Solche gibt es entweder fixfertig im Bastelgeschäft oder man kreiert sich seine eigenen Schablonen aus Papier oder Folie (z.B. Folie für Window Color). Die Schablone wird auf den Untergrund aufgelegt und die Strukturpaste aufgetragen. Wichtig ist, dass die Paste gleichmässig dick aufgetragen wird und man keinen Bereich vergisst (ausser man will das so ;-). Bei einem so kleinen Motiv wie diesem kann man die Schablone gut mit einer Hand festhalten, während man mit der anderen die Paste aufträgt.

Bei grösseren Schablonen empfielt es sich, die Schablone mit Klebeband auf dem Untergrund festzukleben, damit sie nicht wegrutschen kann und die Paste unter die Folie gerät. Es gibt im Bastelgeschäft auch Klebe-Sprays, die auf den Untergrund aufgesprüht einen klebrigen Film hinterlassen, der das Wegrutschen der Schablone verhindert. Die Schablone kann dann ohne Probleme wieder entfernt werden und muss in jedem Fall sofort nach Gebrauch gewaschen werden, denn eingetrocknete Paste ist schwer zu entfernen.

10. Dosierflasche

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Mit einer Dosierflasche lassen sich Tropfen, Kleckse oder Linien erzeugen. Ich habe die Paste zuvor etwas mit Wasser verdünnt und gut gemischt, damit sie dünnflüssiger wird. Dann habe ich die Paste in die Flasche gefüllt. Der Aufsatz hat eine kleine Öffnung und durch diese kann die Paste auf den Untergrund rausgedrückt werden. 

Statt einer Dosierflasche kann man die dünnflüssige Paste auch in einem Plastikbecher anrühren und entweder direkt aus dem Becher auf den Untergrund giessen oder tropfen oder man nimmt mit einem Löffel etwas Paste auf und spritzt sie so auf den Untergrund.

Wenn die Paste dünnflüssig genug ist kann man den Untergrund auch schräg stellen und die Paste fliessen lassen oder man pustet in die Tropfen hinein. Wenn die Paste trocknet, verdunstet das darin enthaltene Wasser. Das bedeutet, dass die Kleckse und Tropfen kleiner und weniger ausgeprägt sind, wenn sie erst einmal getrocknet sind. Je mehr man die Paste verdünnt, desto weniger Struktur bleibt am Ende übrig. Es spricht aber auch nichts dagegen mehrere Schichten übereinander anzulegen um die Struktur intensiver zu gestalten.

 

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt

Unterschiedliche Effekte erhält man auch, indem man Strukturpasten mit unterschiedlichen Körnungen verwendet. Auch mit Strukturgelen kann man arbeiten. Am besten einfach ausprobieren, was einem gefällt.

Im Haushalt findet sich vieles, was man verwenden kann und man kann auch verschiedene Techniken miteinander kombinieren. 

Die Möglichkeiten werden um ein vielfaches erweitert, wenn man beginnt Materialien in die Paste einzuarbeiten wie Papier, Servietten, Eierschalen, Sand und so weiter.

Darüber werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einen Beitrag schreiben.

 

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