Dekoration

Blogserie 5/8 – Die Sommerdeko

Heute geht es um die aktuelle Sommerdekoration, ausserdem gibt es auch eine kleine Einführung in grundlegende Gestaltungsprinzipien und Farbpaletten

Nun wird es definitiv Zeit, dass ich euch meine Tanzschul-Sommerdekoration zeige solange der Sommer sich noch von seiner lachenden Seite zeigt.
Wenn ihr meine diesjährige Blogserie verfolgt habt, dann ist euch vielleicht schon aufgefallen, dass ich zwar gerne und viel plane aber mindestens genau so oft improvisieren und umdenken muss.
Das war bei der Sommerdeko nicht anders, denn eigentlich hatte ich ganz bestimmte Pläne: Ich wollte ein paar tolle Sachen basteln und mal etwas ganz anderes machen, aber wie das eben so ist mit dem ganzen Zeitmanagement, Leben 1.0 und all den dazugehörigen Verpflichtungen, so hatte ich leider nicht die Zeit diese Ideen umzusetzen. Und was mach ich in so einem Fall? 
Genau: auf altbewährtes und sowieso vorhandenes setzen! Also, die Dekoschränke beschnüffeln, die dort gelagerten Materialien im Geiste neu kombinieren und schliesslich mit meinem treuen Helfer – dem guten alten Servierwagen – die alte Deko wegräumen und die neue Deko hübsch arrangieren.
Da es bei meiner aktuellen Deko nun nicht sonderlich viel zu erklären gibt – gebastelt wurde schliesslich nicht, und die Fotos sind ausserdem ziemlich selbsterklärend – werde ich euch stattdessen ein paar Tips und Ideen zur Gestaltung und zum Farbmanagement geben. Ein Thema, mit welchem ich mich zur Zeit sowieso gerade beschäftige für eine Arbeit, die ich schreibe. Also warum sollt ihr nicht auf was davon haben. 
Dabei geht es einerseits um klassische Gestaltungsgrundsätze um andererseits um das Thema Farbe. Mit ein paar einfachen Grundregeln kann man dem Arrangement das gewisse Etwas verleihen. Natürlich sind diese Grundsätze nicht in Stein gemeisselt und manchmal kann es genau das richtige sein, diese „Regeln“ zu brechen. Trotzdem sollte man die Regeln erst kennen, damit man sie brechen kann.
 
 
 

GESTALTUNGSGRUNDSÄTZE

 
 

Die Drittel Regel

 
In Malerei und Fotografie gehört die Drittelregel (alternativ auch der goldene Schnitt) zu den Grundprinzipien der Gestaltung. Platziert man Elemente entlang dieser gedachten Hilfslinien oder auf deren Schnittpunkte, entstehen sehr harmonische und ausgewogene Bilder und Szenerien. Auch bei Dekorationen benutze ich diese Regel oft und rücke damit meine Akteure bewusst von der Mitte weg.
Das bedeutet natürlich nicht, dass von nun an alles nur noch mittels Drittelregel platziert werden muss. Bei manchen Arrangements würde dies auch gar nicht passen. Die Kunst liegt vielmehr darin zu erkennen wo die Drittelregel einem gute Dienste tun kann und wo eher nicht.
Doch nur schon die Wahl zu haben ist hilfreich, damit man nicht nur das tut, was man immer tut, weil man nichts anderes kennt.
 

Kontrast

 
Damit ein Arrangement interessant ist, spannend wirkt und gut zur Geltung kommt, ist auf ausreichend Kontrast zu achten. Dazu kombiniert man Dinge mit gegensätzlichen Eigenschaften, was sich auf Farbe, Form oder auch Textur beziehen kann. Kontraste finden sich zuhauf und am besten legt man sich eine Inspirationsliste an, auf die man bei Bedarf zurückgreifen kann.
Mögliche Kontraste können sein: 
 
  • hell – dunkel
  • gross – klein
  • glatt – rauh
  • weich – hart
  • bunt – schwarzweiss
  • voll – leer
  • dick – dünn
  • gerade – kurvig
  • rund – eckig
  • spitz – stumpf
 
In meiner aktuellen Deko finden sich auch mehrere Kontraste: Einerseits der starke Farbkontrast von Pink und Grün, anderereseits einiges an Texturkontrast: Strukturierter Stoff mit glatten Plastikschalen, rauhe Steinchen mit glattgeschliffenen Diamanten, dunkle Steine und helle Muscheln und so weiter.
 

Wiederholung 

 
Elemente, die wiederholt vorkommen schaffen eine Verbindung, einen roten Faden und halten das Ganze Arrangement zusammen. Es lohnt sich also von einem bestimmten Accessoire mehr als nur ein Stück zu haben.
 
  • Besonders vorteilhaft sind ungerade Stückzahlen und dabei besonders schön sind die Zahlen 3 und 5. Damit kann man nie etwas falsch machen.
  • Vermeiden möchte man in der Regel die Zahl 2, da diese, – nah nebeneinander platziert – schnell als „Augen“ wahrgenommen werden, was stören kann.
  • Auch die 1 ist natürlich ok wenn man einen schönen Eyecatcher, einen Solodarsteller im Arrangement hat wie in meiner Dekoration der Seestern.
  • Wenn man mit mehreren Stückzahlen arbeitet, bleibt dann noch die Frage wie man diese zusammen arrangiert. Hilfreich ist es hier, wenn man sich an Formen oder Linien orientiert, die Teile beispielsweise im Kreis oder einer Linie entlang Linie arrangiert.
  • Eine Stückzahl von 3 wird gerne als Dreieck oder Pyramide platziert. In meiner Deko findet sich ein Dreieck mit den Glas- und Plastikschälchen sowie mit den drei beigefarbenen Muscheln.
  • Die Farne und Gräser sind entlang einer S-Linie arranagiert.
  • Die kleinen Diamanten folgen in Gruppen dieser S-Linie.
 

Balance

 
Durch Kontraste entstehen Spannungen in einem Arrangement. Damit diese miteinander im Gleichgewicht bleiben, sich ergänzen und zueinander passen ist es wichtig auf eine ausgewogene Balance zu achten. Also für jeden Pol einen Gegenpol zu finden. Jede volle Stelle braucht zum Beispiel auch ein Gegengewicht in Form von „leerem“ Raum, damit das Ganze nicht überladen und chaotisch wirkt.
 
 
 

FARBE

 
 
Farbe spielt bei Dekorationen natürlich auch eine sehr wichtige Rolle, denn wir vermitteln damit Stimmungen und Emotionen, repräsentieren Jahreszeiten oder bestimmte Mottos. Für eine Dekoration verwende ich meistens 1 bis 3 Farben, die auch gerne mal durch weitere neutrale Farben wie Weiss, Schwarz, Grau, Silber, Gold, Beige ergänzt werden. Im Zweifelsfall ist weniger oft mehr doch auch hier gibt es immer Ausnahmen. So war meine Fasnachtsdeko quietschbunt und das sollte sie auch sein, da dies einfach zur Fasnacht passt. 
Wenn einem das Thema Farbe völlig unbekannt ist, lohnt es sich in jedem Fall wenn man sich mit dem Farbkreis und den Farbharmonien auseinander setzt.
 

Monochrom

 
Bei einem monochromen Farbkonzept nutzt man nur eine Farbe aber in unterschiedlichen Helligkeitsstufen. Mit einer monochromen Palette kann man nie etwas falsch machen, denn solch ein Konzept wirkt immer stimmig und passend. Es kann allerdings auch schnell langweilig wirken.
 

Analog

 
Analoge Farben sind sich ähnlich. Sie liegen im Farbkreis direkt nebeneinander und harmonieren deshalb besonders gut. Auch mit solch einer Palette kann man eigentlich nie etwas falsch machen. Beispiele sind: 
 
  • Orange und Rot
  • Rot und Violett
  • Violett und Blau
  • Blau und Grün
  • Grün und Gelb
  • Rot, Violett, Blau
  • Blau, Türkis, Grün
  • Gelb, Orange, Rot
 

Komplementär

 
Den grösstmöglichen Kontrast hat man zweifellos durch die Nutzung von Komplementärfarben. Diese liegen sich im Farbkreis direkt gegenüber, könnten also nicht weiter auseinander liegen:
 
  • Grün und Rot
  • Blau und Orange 
  • Violett und Gelb
 
Da diese Kontraste sehr stark sind und dementsprechend auch penetrant wirken können, fährt man grundsätzlich besser, wenn man eine Farbe als Hauptfarbe wählt und die zweite lediglich als Akzeptfarbe nutzt. In meinem Beispiel ist der Hauptakteur ein kräftiges Pink. Das Sukkulentengrün steht in grossem Kontrast dazu und ist deshalb weniger präsent. So ist es ein Farbtupf, ein Kontrast, der sich aber trotzdem zurückhält.
 
 

Saisonale Farben

 
Gerade bei saisonalen Dekorationen spielen die typischen Saisonfarben eine Rolle.
Meine Lieblings Saisonfarben:
 
Frühling: Pastellfarben, helle Farben und zarte Töne
Sommer: Strand- und Meeresfarben oder auch kräftige, fruchtige sowie blumige Farben
Herbst: warme Farben in allen Nuancen von Gelb über Orange, Rot, Braun und Gold
Winter: Weiss, Eisblau, Silber, Gold
 
 

Inspiration

 
Farbliche Inspiration findet sich an vielen Orten. Hier ein paar meiner Favoriten*
 
  • Pinterest: Kennt jeder oder?
  • Design Seeds: Tolle Fotos und daraus entstandene Farbpaletten
  • Pocket Palette: Eine schöne App (iPhone) mit der man eigene Farbpaletten erstellen, speicher und anpassen kann
  • Adobe Kuler: Eine webbasierte Anwendung zur Erstellung von Farbpaletten

 
Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig inspirieren und natürlich auch informieren. Es gäbe noch so viel zu dem Thema zu sagen aber ich denke, dass dies als Einführung durchaus schon mal ein guter Ansatz ist. 
Letztlich ist wichtig, dass euch eure Dekoration gefällt, egal, was irgendwelche Regeln besagen. Wie gesagt, kann es auch gerade interessant sein, die klassischen Regeln zu brechen. Erlaubt ist, was gefällt.
So und nun wünsche ich euch eine gute Zeit, geniesst noch die letzten Sommertage
Bis bald
Eure Nadia
 
 
 
* Dies sind meine persönliche Empfehlungen, für welche ich nicht bezahlt wurde und die auch nicht auf Grund von Kooperationen entstanden sind.
 
 

ALLE DEKORATIONEN IM ÜBERBLICK

 

EINLEITUNG

1. WINTERDEKO

2. FASNACHSTDEKO

3. OSTERDEKO

4. FRÜHLINGSDEKO

5. SOMMERDEKO

6. HERBSTDEKO

7. ADVENTSDEKO

8. DIE WEIHNACHTSPARTY

 

 

Creadienstag, HandmadeontuesdayDienstagsdinge

 

 

2 Comments

  • vonKarin

    Liebe Nadia – super! Das hilft mir weiter. Bekanntermaßen bin ich ein absoluter Deko-Legasteniker und mir waren viele der angesprochenen Dinge einfach unbekannt (ja, ich gebe es zu). 🙂 Mal sehen, wie ich künftig damit klarkomme.
    Herzliche Grüße
    vonKarin

    • Deschdanja

      Liebe Karin, wow, da freu ich mich wirklich sehr, dass dir mein Beitrag geholfen hat. Hoffentlich nützt es dir auch etwas in der Praxis bei deinem nächsten Dekoprojekt. Alles Liebe, Nadia

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